Reinhard Schwabenitzky
Reinhard Schwabenitzky über den Film
Ein österreichischer Film und Roadmovie? Schon gemacht – sogar erfolgreich – die Protagonisten waren aber immer Männer.
Diesmal ist es eine Frau (Elfi Eschke), die die Handlung treibt – die biedere Hausfrau Hertha, ehemalige Kindergärtnerin, die das Geschehen provoziert. Die Hertha ist eine von vielen Frauen die einmal ein lebenslustiges Wesen hatten und irgendwann durch eine Ehe immer langweiliger wurden. Die dann ein Anhängsel ihres Ehemanns wurden, der die Frau immer mehr verbiegt, bis er sie selber nicht mehr mag und sich eine jüngere nimmt. Die Hertha ist das Opfer einer bürgerlichen, sehr spießigen Ehe. Durch die Situation in die sie dann getrieben wird, findet sie zu ihrem ursprünglichen Temperament zurück.
Unser Film entspricht ein bisschen dem Zeitgeist. Es gibt Dinge die Stress im Unterbewusstsein auslösen und damit Phobien erzeugen, die irgendwann zum Ausdruck kommen. Darin liegt der Kern der Geschichte, der Auslöser der Handlungen unserer Figuren. Insofern spürt man im Hintergrund der Filmstory unser zu schnelllebiges Zeitalter und die Momente, in denen bestimmte Emotionen nicht ausgelebt werden können und sich genau dann äußern, wenn man es nicht vermutet – eben durch Phobien und Panikattacken. Das ist das Zentrum dieser Geschichte. Der eingebildeten, nicht kontrollierbaren Angst wird eine reale gegenüber gestellt – die einer Entführerin die Panik hat und von einer Situation in eine andere getrieben wird, mit der sie selber gar nicht gerechnet hat. Das tiefenpsychologische und das reale Geschehen werden einander gegenüber gestellt. In diesem Film heilt der eine auf seine Weise die andere und umgekehrt.
KINO (Auswahl) FURCHT UND ZITTERN FERNSEHEN (Auswahl) OBEN OHNE |
(Österreich 2010)
(18 Folgen – ORF / 2005 – 2008 ) |






